Wanderung der Ortgruppe Urbach des SAV am Sonntag, 5. November 2017 Geologischer Pfad Schwäbisch Gmünd vom Hölltal bis zum Hohenrechberg

Die Wandergruppe 8 Teilnehmer und Wanderführer Jürgen Schlotz starteten beim Parkplatz Schützenhaus im Hölltal. Das Wetter war mit Dauerregen recht ungemütlich. So fielen die Erläuterung etwas kürzer als geplant aus. Um die geologisches Situation einordnen zu können, wurde in aller Kürze das Schichtstufenland BW erklärt. Der Trias ist im Remstal mit Muschelkalk und Keuper sichtbar. Mit den drei Kaiserbergen sind auch alle drei Stufen des Juras vertreten. In Urbach sind durch den Bergrutsch Kieselsandstein und bunte Mergel sichtbar geworden. Oberhalb des Bergrutsches ist beim Naturdenkmal der Stubensandstein aufgeschlossen. Und an dieser Schicht schließt der geologische Pfad in Schwäbisch Gmünd an.20171105 095850 Ho

Auf einer Strecke von rund 5 km führt er von den Keuperschichten des Mittleren Stubensandstein und des Knollenmergel über den gesamten Unter- und Mitteljura hoch bis zu den Unteren Felsenkalken des Oberjura auf dem Kirchberg des Hohenrechbergs. Dabei überwindet er 392 Höhenmeter. Kein anderer Pfad in Baden-Württemberg kann auf verhältnismäßig kurzer Strecke eine derartige Vielfalt an Gesteinen unserer Erdkruste aufweisen.

Die 24 Hinweistafeln, auch mit den neuen internationalen Namensbezeichnungen versehen, klären über anstehendes Gestein, Fossilinhalt, Landschaft, Vegetation und Bodennutzung auf. Eine Besonderheit stellt das sogenannte Schwäbische Lineament dar, eine nördlich des Rechbergs verlaufende Störungszone. Da auch eine parallel dazu verlaufende südliche Störungszone Kirch- und Schloßberg vertieft hat, ergab sich eine Grabenstruktur, der Rechberggraben. In ihm wurden die Gesteinsschichten länger vor der Verwitterung geschützt. Die ihn umgebenden, weicheren Schichten wurden zwischenzeitlich abgetragen. Dadurch wurden die lange geschützten härteren Kalke herausmodelliert.

Am Kirchberg ist außerdem der Übergang geschichteter Kalke in ungeschichtete Ablagerungen, bedingt durch ein kleines Schwamm-Algen-Riff zu verfolgen.

Die Gesteinsschichten sind teils vor Ort sichtbar aufgeschlossen. Wo dies nicht der Fall ist, werden die Gesteine durch anschauliche Beispiele in Vitrinen auf Stelen gezeigt beziehungsweise auf den Tafeln anschaulich erklärt. Nicht nur die Erdgeschichte – auch der Landschaftscharakter und die Vegetation wird zu erklären versucht.

Nach dem alle 24 Station betrachtet wurden, war man auch kurz in der Wallfahrtkirche. Die Mittagspause verbrachte man in der Gaststätte auf dem Hohenrechberg.

Der Rückweg verlief auf dem Aasrücken – Richtung Hohenstaufen. Der Name Aasrücken hat nichts mit Aas zu tun, vielmehr wurde das schwedische Wort aas (Bergrücken) im Dreißigjährigen Krieg, als auch eine schwedische Truppe durch das Deutsche Reich zog, von den Ansässigen übernommen. Durch den Wald kam man nach Reitprechts wieder auf die Liasebene. Von dort aus ging es dann durch Hinterhochstett zurück ins Hölltal.

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